Das Deutschlandticket vom Arbeitgeber
Steuerfreie Umsetzung des attraktiven Mitarbeiterbenefits
- Mobilität
Das Deutschlandticket ist nicht nur für Arbeitnehmende von großer Bedeutung, sondern bietet auch Arbeitgebern die Chance, sich als attraktiver und umweltbewusster Arbeitgeber zu positionieren. Gerade in Zeiten des zunehmenden Wettbewerbs um qualifizierte Fachkräfte spielt das Angebot von Zusatzleistungen eine entscheidende Rolle bei der Mitarbeiterbindung und -gewinnung.
Arbeitgeber können das Deutschlandticket steuerbegünstigt an ihre Mitarbeiter weitergeben bzw. bezuschussen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie als Arbeitgeber haben, das Deutschlandticket als Benefit anzubieten und welche steuerlichen Vorteile damit verbunden sind.
Was ist das Deutschlandticket?
Das Deutschlandticket ist ein bundesweit gültiges Nahverkehrsticket für 49 Euro pro Monat (Stand 2024). Es ermöglicht die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs in ganz Deutschland ohne zusätzliche Kosten für einzelne Strecken oder Zonen. Besonders für Pendler und Vielfahrer ist das Ticket attraktiv, da es eine kostengünstige und flexible Mobilitätslösung bietet.
Für Arbeitgeber eröffnet sich eine interessante Möglichkeit: Das Ticket kann nicht nur als Benefit angeboten werden, sondern es gibt auch verschiedene steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, die sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeitenden von Vorteil sind.
Aktuelles zum Deutschandticket
- 23. September 2024: Die Verkehrsminister der Länder einigen sich darauf, den Preis des Deutschlandtickets ab dem 1. Januar 2025 auf 58 Euro zu erhöhen, um die langfristige Finanzierung sicherzustellen. (Quelle: Tagesschau)
Wussten Sie...
Mobilitätskosten und Arbeitsweg
Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes nutzen rund 13-14 % der Arbeitnehmer in Deutschland öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg, das Auto wird noch immer von etwa 68 % der Pendler genutzt. Dabei belaufen sich die durchschnittlichen monatlichen Kosten für ein eigenes Auto auf circa 500 Euro. Das Deutschlandticket bietet hier eine erhebliche finanzielle Ersparnis – sowohl für Pendelnde als auch für Unternehmen, die ihre Mobilitätsstrategie auf nachhaltige Verkehrsmittel ausrichten möchten.
Quellen:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_N054_13.html
https://www.d-ticket.info/mit-dem-oepnv-zur-arbeit-das-sind-die-vorteile
A. Steuerfreie Bereitstellung des Deutschlandtickets als Jobticket
Arbeitgeber haben die Möglichkeit, das Deutschlandticket steuerfrei zur Verfügung zu stellen. Wie das reguläre Jobticket ist auch das Deutschlandticket als Jobticket nach § 3 Nr. 15 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei — vorausgesetzt, es wird zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt und nicht mit dem Gehalt verrechnet. Die private Nutzung des Tickets ist erlaubt.
Der 5 %-Rabatt: Vorteil mit Verwaltungsaufwand
Wenn der Arbeitgeber mindestens 25 % des Ticketpreises bezuschusst, gewährt der Bund einen Rabatt von 5 % auf den Ticketpreis. Dafür muss der Arbeitgeber einen Rahmenvertrag mit einem Verkehrsunternehmen abschließen (z. B. Deutsche Bahn oder regionaler Anbieter).
Wichtig in der Praxis: Der Arbeitgeber muss den 25 %-Zuschuss bei den einzelnen Verkehrsbetrieben separat nachweisen — erst dann erhalten die Mitarbeitenden den Rabatt. Das bedeutet je nach Belegschaft und Standortsituation einen erheblichen administrativen Aufwand. Zusätzlich fallen bei der Deutschen Bahn Servicegebühren von ca. 4–5 € pro Ticket und Monat an.
Beispielrechnungen
Beispielrechnung für das Deutschlandticket (ab 2025)
| Position | Betrag |
| Preis Deutschlandticket | 58,00 € |
| Rabatt durch Bund (5% von 59 €) | 2,90 € |
| Anteil für den Arbeitgeber (25% von 59 €) | 14,50 € |
| Anteil für Mitarbeitende | 58,00 € - 2,95 € - 14,75 € = 40,60 € |
Voraussetzungen für die Steuerfreiheit:
- Das Ticket muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt werden.
- Es darf nicht mit dem Gehalt verrechnet werden.
- Die Nutzung des Tickets muss nicht ausschließlich dienstlich erfolgen - auch die private Nutzung ist erlaubt.
Diese steuerlichen Rahmenbedingungen machen das Deutschlandticket zu einem äußerst attraktiven Benefit, das Arbeitgeber ohne zusätzliche steuerliche Belastung zur Verfügung stellen können. Gerade für KMU bietet sich hier die Möglichkeit, mit geringem finanziellem Aufwand die Mitarbeiterzufriedenheit spürbar zu erhöhen.
Datenschutz bei Rahmenverträgen
Bei der Einführung des Deutschlandtickets als Jobticket über einen Rahmenvertrag mit einem Verkehrsbetrieb werden personenbezogene Daten der Mitarbeitenden (Name, ggf. Adresse, Ticket-Nutzungsdaten) an Dritte übermittelt. Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass dies DSGVO-konform geschieht und keine personenbezogenen Daten ohne Einwilligung weitergegeben werden. Diesen Aufwand umgeht das Erstattungsmodell über ein Mobilitätsbudget vollständig.
Wussten Sie...
Motivation durch Zusatzleistungen
Laut einer Studie des ifo Instituts aus dem Jahr 2023 geben rund 43 % der Arbeitnehmer:innen an, dass zusätzliche Arbeitgeberleistungen wie das Deutschlandticket einen wichtigen Einfluss auf ihre Zufriedenheit und Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber haben.
B. Erstattung im Rahmen eines Mobilitätsbudgets
Neben der direkten Bereitstellung oder Bezuschussung des Deutschlandtickets besteht die Möglichkeit, das Ticket im Rahmen eines Mobilitätsbudgets als Benefit für die Mitarbeitenden anzubieten. Diese flexible Lösung ermöglicht es den Arbeitgebern, die Höhe des Mobilitätsbudgets selbst festzulegen - ob unter 49 Euro, genau 49 Euro oder auch darüber liegt im Ermessen der Unternehmen. Dies gibt den Arbeitgebern die Möglichkeit, auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden einzugehen.
Das Mobilitätsbudget bietet den Beschäftigten die Freiheit, nicht nur das Deutschlandticket, sondern auch andere Mobilitätsoptionen zu nutzen. Mitarbeitende, die das Ticket nicht nutzen oder in ländlichen Regionen leben, in denen der öffentliche Nahverkehr nicht immer gut ausgebaut ist, können ihre Ausgaben für Auto, Fahrrad oder andere Verkehrsmittel einreichen und erhalten einen Zuschuss. So profitieren alle Teammitglieder von dieser Mitarbeiterleistung, unabhängig von ihrem Wohnort oder ihren individuellen Mobilitätsbedürfnissen.
Ein weiterer Vorteil des Mobilitätsbudgets ist, dass auch Fernzüge, die nicht im Deutschlandticket enthalten sind, abgedeckt werden können. Zu beachten ist jedoch, dass nur ÖPNV-Tickets steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Alle anderen Mobilitätskosten werden zum Teil pauschal versteuert, was Arbeitgeber bei ihren Gesamtkosten berücksichtigen sollten.
Wie funktioniert die Erstattung?
Im Rahmen des Mobilitätsbudgets kaufen die Mitarbeiter das Deutschlandticket zunächst zum vollen Preis und reichen dann die Rechnung beim Arbeitgeber ein. Da das Ticket monatlich kündbar ist, müssen die Mitarbeitenden jeden Monat einen Nachweis erbringen, dass sie das Ticket weiterhin nutzen. Dies kann durch einen Zahlungsnachweis geschehen. Diese Methode ermöglicht nicht nur eine attraktive Kostensenkung für die Arbeitnehmer, sondern fungiert auch als kostensparende Gehaltserhöhung durch eine Nettolohnoptimierung.
Durch die Erstattung des Deutschlandtickets im Rahmen eines Mobilitätsbudgets erhalten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mobilitätsstrategie nachhaltig zu gestalten und ihren Mitarbeitenden ein wertvolles Benefit anzubieten, das die Zufriedenheit und Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber steigert.
Vorteile des Deutschlandtickets für Arbeitgeber
Für Arbeitgeber ergeben sich aus der Bereitstellung oder Bezuschussung des Deutschlandtickets zahlreiche Vorteile:
1. Mitarbeiterbindung und -gewinnung
In einer Zeit, in der immer mehr Unternehmen auf nachhaltige Mobilitätslösungen setzen, ist das Deutschlandticket eine zeitgemäße und wertschätzende Maßnahme, die zur Attraktivität des Unternehmens beiträgt. Gerade junge Fachkräfte achten zunehmend auf umweltfreundliche und flexible Mobilitätsangebote. Ein solches Ticket als Benefit anzubieten, signalisiert zudem soziales Engagement und Verantwortung des Unternehmens.
2. Kostenersparnis durch Steuerfreiheit
Da das Deutschlandticket unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei gewährt werden kann, profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Für den Arbeitnehmer bleibt der Wert des Tickets brutto für netto, während der Arbeitgeber keine Sozialversicherungsbeiträge auf den gewährten Vorteil zahlen muss.
3. Beitrag zur nachhaltigen Mobilität
Unternehmen, die das Deutschlandticket anbieten, leisten einen aktiven Beitrag zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes, indem sie ihre Mitarbeiter zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel motivieren. Dies ist nicht nur im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens ein Pluspunkt, sondern kann auch in der Kommunikation nach außen positiv genutzt werden.
So setzen Sie das Deutschlandticket als Arbeitgeber um
Die Einführung des Deutschlandtickets als Mitarbeiterbenefit lässt sich in wenigen Schritten realisieren:
-
Prüfung der internen Budgetmöglichkeiten: Bevor das Ticket angeboten wird, sollten die finanziellen Rahmenbedingungen geklärt werden - wollen Sie das Ticket komplett finanzieren oder nur einen Zuschuss leisten?
-
Kommunikation mit den Mitarbeitenden: Informieren Sie Ihre Mitarbeitenden frühzeitig über die neuen Mobilitätsmöglichkeiten und die damit verbundenen steuerlichen Vorteile. Eine offene Kommunikation schafft Vertrauen und erhöht die Akzeptanz der neuen Maßnahme.
-
Administrative Umsetzung: Der Prozess der Ticketbereitstellung bzw. -erstattung sollte klar strukturiert und einfach gestaltet sein. Stellen Sie sicher, dass sowohl die Lohnbuchhaltung als auch die Personalabteilung über die steuerlichen Regelungen und die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung informiert sind.
Umsetzung mit dem Mobilitätsbudget
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Das Deutschlandticket – ein nachhaltiger und steuerlich attraktiver Benefit für Mitarbeitende
Das Deutschlandticket bietet Arbeitgebern eine attraktive Möglichkeit, ihre Mitarbeitenden zu unterstützen und gleichzeitig steuerliche Vorteile zu nutzen. Ob direkte Bereitstellung, Zuschuss oder Erstattung - das Ticket ist flexibel einsetzbar und stärkt sowohl die Mitarbeiterbindung als auch die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Für KMU kann es ein entscheidender Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte sein, eine solche Mobilitätslösung anzubieten und sich damit als moderner und umweltbewusster Arbeitgeber zu präsentieren.
Nutzen Sie das Deutschlandticket als Chance, Ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und Ihre Mitarbeitenden langfristig an Ihr Unternehmen zu binden - und das mit geringem finanziellem und administrativem Aufwand.
Häufig gestellte Fragen zum Deutschlandticket vom Arbeitgeber
Ja, das Deutschlandticket kann unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei an Arbeitnehmer weitergegeben werden. Es muss zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt werden und der Arbeitnehmer darf das Ticket auch privat nutzen.
Der Arbeitgeber kann das Deutschlandticket entweder vollständig oder anteilig bezuschussen. Diese Zuschüsse sind steuerfrei, solange sie zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt werden und keine Gehaltsumwandlung stattfindet.
Ab Januar 2025 kostet das Deutschlandticket 58 €. Im Jobticket-Modell (Arbeitgeber bezuschusst mind. 25 %) zahlen Mitarbeitende nach aktuellem Stand 40,60 €/Monat.
Ja, der Arbeitgeber kann die Kosten des Deutschlandtickets auch nachträglich erstatten. Der Arbeitnehmer muss dafür den Nachweis über die Zahlung vorlegen. Auch diese Erstattung kann steuerfrei erfolgen, wenn sie zusätzlich zum Gehalt gewährt wird.
Bei mind. 25 % Arbeitgeberzuschuss gewährt der Bund 5 % Rabatt auf den Ticketpreis. Voraussetzung: Rahmenvertrag mit einem Verkehrsunternehmen und Nachweis des Zuschusses bei den einzelnen Verkehrsbetrieben.
Bei Rahmenverträgen mit Verkehrsbetrieben werden personenbezogene Daten der Mitarbeitenden an Dritte übermittelt. Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass dies DSGVO-konform geschieht. Das Erstattungsmodell über ein Mobilitätsbudget umgeht diesen Aspekt vollständig.
