Entgelttransparenz

Was bedeutet Entgelttransparenz?

Entgelttransparenz bezeichnet die Offenlegung und Nachvollziehbarkeit von Entgeltstrukturen in Unternehmen. Das Ziel besteht darin, sicherzustellen, dass für gleiche oder gleichwertige Arbeit das gleiche Entgelt gezahlt wird – unabhängig vom Geschlecht. Das Ziel besteht darin, bestehende Lohnunterschiede (insbesondere zwischen Frauen und Männern) aufzudecken und abzubauen. Die rechtliche Grundlage in Deutschland bildet das seit 2017 geltende Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG), das zentrale Instrumente zur Förderung der Entgeltgleichheit vorsieht.

EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2026

Ab dem 7. Juni 2026 gelten durch die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (Richtlinie (EU) 2023/970) erweiterte Pflichten für alle Unternehmen:

  • Gehaltsspannen in Stellenanzeigen: Arbeitgeber müssen die Gehaltsspanne bereits in der Stellenausschreibung oder spätestens vor dem Vorstellungsgespräch offenlegen
  • Erweiterte Auskunftsrechte: Alle Beschäftigten können Informationen über Gehaltshöhen und Entgeltkriterien anfragen (Frist: 2 Monate)
  • Berichtspflichten: Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden müssen regelmäßig über den Gender Pay Gap berichten
  • 5-Prozent-Schwelle: Bei Lohnlücken über 5 % sind binnen 6 Monaten Korrekturmaßnahmen verpflichtend
  • Beweislastumkehr: Bei Diskriminierungsverdacht muss der Arbeitgeber nachweisen, dass keine Benachteiligung vorliegt
  • Sanktionen: Schadensersatz, Geldbußen und öffentliche Berichterstattung bei Verstößen

Die Richtlinie muss bis Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden und zielt darauf ab, Lohndiskriminierung zu beseitigen und die Gleichstellung im Arbeitsleben zu fördern.

Unterschied zu Vergütungstransparenz

Während Entgelttransparenz den rechtlichen Rahmen und gesetzliche Pflichten beschreibt, bezieht sich Vergütungstransparenz auf die unternehmensinterne Praxis und Kommunikation von Gehaltsstrukturen – auch über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus.